Serie "Vergänglichkeit" von Rüdiger Breitbach und Tobias Roth

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Vorwort »»»»

Die Serie Vergänglichkeit »»»» kombiniert in fünf Bildern Photographien von Rüdiger Breitbach und Texte von Tobias Roth; die auf das Internet ausgerichtete Version, die hier zu sehen ist, wurde von Christoph Medicus programmiert. Der von Anfang an bestehende Gedanke, diese Kombination als Verbindung von Bild und Ton zu realisieren, konnte nun im Rahmen des LITERATURUPDATE 2010 verwirklicht werden. Ausgangspunkt der Gestaltung sowohl des Textes als auch einer möglichen Hängung der Bilder ist die Proportion der Einzelbilder.

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Die strenge formale Bindung wird scheinbar von der inhaltlichen Gegenläufigkeit der Bilder und der Texte unterlaufen: Man sieht schöne Frauen in Abendkleidern und hört Überlegungen zu Blumenstillleben. Die Texte konstituieren wie die Bilder einen eigenen, geschlossenen Sinnzusammenhang, aber die inhaltliche Bindung ist ebenso eng wie die formale.

Vergänglichkeit beschäftigt sich inhaltlich mit dem Phänomen eines normativen Schönheitsideals in Konfrontation mit der verstreichenden Zeit. Als Leitmetapher fungiert die traditionsreiche wechselseitige Ersetzung von Frau und Blume. Wie jeder Körper ist auch der Körper, der in Mode und Kunst das ästhetische Postulat einer Epoche abbildet, dem Zerfall und der Vergänglichkeit ausgesetzt. Vergänglichkeit erzählt diese Zeit und diese Bedrohung durch die Zeit in genau dem Medium, in dem dieses Postulat gegenwärtig vorrangig ausgedrückt wird: in einer Photographie, die sich der strickt graphischen Zugriffsform der Mode und den Möglichkeiten der digitalen Nachbearbeitung hingibt. Dieser Photographie entspricht im Sinne der leitmetaphorischen Ersetzung das barocke Blumenstillleben. Beide Gattungen werden in ihrer festlichen Sinnlichkeit und kostbaren Oberfläche transparent auf den Totenschädel der Vanitas.

Flämische Blumenstillleben des sog. Goldenen Zeitalters und die photoshopgestützte (Mode)Photographie unserer Tage berühren sich stärker als nur darin, dass sie beide versuchen, eine Schönheit in sinnenverwirrender, rückhaltloser Weise zur Darstellung zu bringen. Nicht nur liegen beide Gattungen instabil auf der Grenze zwischen sog. Gebrauchskunst/Design und sog. Reiner Kunst. Die hier ausschlaggebende Gemeinsamkeit, die für das Konzept der Serie Vergänglichkeit fruchtbar gemacht wurde, ist die spezifische Herstellung der Fiktionalität und die spezifische Umgangsform, die diese Werke mit ihrer eigenen Fiktionalität pflegen. Die knappste Stichwortkette lautet in diesem Zusammenhang: Skizzierung, Komposition, Steigerung, Verleugnung.

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Das fällt auf den Betrachter zurück, wie die Frauen ins Schwarz, wie der Tautropfen vom Blütenblatt des Stilllebens.

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Kategorien Portraits

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