Pauline Füg und Hanz berichten vom Slam

Eichstätt im Poetry-Fieber

EICHSTÄTT - Das Semester hat gerade begonnen, deshalb war es auch für den Eichstätter Poetry Slam wieder an der Zeit, in die nächste Runde zu gehen, dieses Mal im Rahmen des Literaturfestivals fliesstext10. Erstmalig war die Veranstaltung, die von Pauline Füg und Hanz veranstaltet und moderiert wird, mit 150 Zuschauern ausverkauft. Die Atmosphäre war dementsprechend intensiv, das Publikum lauschte gespannt ...

... als der Barde Jan Koch als featured artist den Abend außerhalb des Wettbewerbs eröffnete. Seine gefühlvollen lyrischen Texte ließen die Zuhörer mit Tiefgang schmunzeln und er stimmte gekonnt auf den Abend ein. Dass die Eichstätter Literaturbegeisterten vier Monate auf den nächsten Poetry Slam warten mussten, wurde deutlich, als die Poeten, die aus Berlin, Hannover oder der Schweiz anreisten, die Bühne betraten und bereits vor der Darbietung ihrer Texte frenetisch beklatscht wurden.

Aus der ersten Vorrunde konnte sich Renato Kaiser durchsetzen und zog mit einem Text, der auf die zahlreichen Lehramtsstudenten im Publikum genau zugeschnitten war, fulminant ins Finale ein. Nach der Pause zog Jan Koch alle Anwesenden im Raum abermals in seinen Bann, als er mit seiner Gitarre und ausdrucksstarken Texten zwei Lieder zu Gehör brachte.

In der zweiten Vorrunde traten vier weitere Poeten in den Dichterwettstreit und buhlten um die Gunst des Publikums. Die Applausabstimmung fiel so knapp aus, dass für das Moderatorenduo kein Sieger herauszuhören war, weshalb aus dieser Runde mit dem Münchener Poet Bumillo und Tobias Kunze gleich zwei Slammer ins Finale einzogen.

In diesem konnte sich der Hannoveraner Kunze knapp durchsetzen und gewann die obligatorische Flasche Schnaps, die anschließend mit allen Teilnehmern des Abends geteilt wurde. Denn der Wettbewerbscharakter eines Poetry Slams dient letztlich der Dramaturgie des Abends und die Poeten feiern am Ende stets gemeinsam, denn sie sind keine Kontrahenten, sondern haben alle ein gemeinsames Ziel: Sie wollen die Freude, die sie am gesprochenen Wort haben, in die Welt hinaustragen.