Aktuell aus Bobingen

Skurril bis absurd - Die vorerst letzte Männer-WG

BOBINGEN - Eine ungewöhnliche Art, Literatur aufzunehmen, demonstrierten sechs Studenten der Universität Augsburg. Unter dem Titel Das Schwabinger Schneien präsentierten sie Texte, die durch Verlinkung interaktiv lesbar sind. Und je nach angeklicktem Computer-Link im digitalen Text verändert sich der Verlauf der erzählten Geschichte ...

Die Veranstaltung Update und Reload bildete den Auftakt der Bobinger Beiträge zum bayernweiten Festival LITERATURUPDATE. Das Kulturamt als Veranstalter der vier Bobinger Beiträge hat Konzeption und Ausführung der einzelnen Veranstaltungen ganz in die Hände von Jugendlichen gelegt, denn sie wissen am besten, was ihre Altersgenossen anspricht. „Damit gehen wir vier erste kleine Schritte auf die Jugendlichen zu“, begrüßte Kulturamtsleiter Reinhold Lenski die Besucher, unter denen interessierte Ältere ebenso waren wie Junge, die ansonsten bei solchen Veranstaltungen eher selten zu finden sind.

Das Konzept der interaktiv veränderbaren Geschichte hatten die Studenten der Autorengruppe Glaskasten eigens für Bobingen entwickelt. Christin Zenker, Markus Kohle, Andreas Freidl, Judith Strußenberg, Tobias Krüger sowie Veronika Raila hatten jeder vom Lexikon-Stichwort „Vampir“ ausgehend eine eigene Geschichte geschrieben.

Der Text wurde projiziert, und sobald auf dem Bildschirm eine Verzweigungsstelle als Link aufschien, hatte das Publikum die Möglichkeit, durch Handzeichen in den Verlauf einzugreifen. Die so erzählte Geschichte erwies sich als ein beziehungsreiches Konstrukt mit Schauplätzen in Schwabing und Augsburg. Manchmal skurril oder absurd schienen historische Ereignisse oder Mythologisches auf. Doch das war spannend, unerwartet und meisterhaft erzählt.

Wie „Die vorerst letzte Männer-WG“ zustande kam, berichtete der Bobinger Tobias Krüger in einer anderen Erzählung, die 2009 in der Anthologie zum Schwäbischen Literaturpreis veröffentlicht wurde. Zusammen mit Musikperformer Alexander Möckl präsentierte er in Hörspielform die Geschichte Friedhelms, der aufgefordert wird, aus blauen Plastiktonnen eine Arche zu bauen. Protagonisten mit bedeutungsvollen Namen wie Prometheus und Eva Pandora sowie eine Handlung mit Tupperparty machten diesen Teil des Abends zum surrealen Literaturvergnügen.

„Das Schwabinger Schneien“ im Netz!

Von Ingeborg Anderson

Zum Artikel der Augsburger Allgemeinen!