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"Fühlt sich an wie Rio!"

COBURG - Hunderfach wurden Verse von Julia Pietz in den blauen Himmel geschickt, um Freude an der Sprache zu wecken und zu zeigen, dass Literatur für alle da ist.

"Coburg ist gelb. Coburg hört sich an wie ein Walzer von Johann Strauß. Coburg riecht wie über Kiefernzapfen gebratene Bratwürste. Coburg fühlt sich an wie Rio. Coburg schmeckt nach mehr. Coburg ist spitze." Diese Hommage an die Vestestadt hat Julia Pietz verfasst. Die Verse der Zehntklässlerin der Staatlichen Realschule CO I wurden zum Auftakt der Aktion "Literatur Update Bayern 2010" (NP vom 6. Oktober) am Montag hundertfach per Luftballon vom Reiterdenkmal im Hofgarten in den blauen Himmel über Coburg geschickt. "Wir wollen damit die Freude an der Sprache wecken und zugleich demonstrieren, dass Literatur für alle da ist", so Rektorin Susanne Carl.

LITERATURupdate: Wer bei diesem Titel eine Aktualisierung von Datenbanken erwartet, wird enttäuscht. Denn es geht hier nicht um die digitale Aufbewahrung von Poesie, sondern um neue Formen multimedialer poetischer Produktion, ihre öffentliche Wahrnehmung und um die Förderung junger Literatur.

Vor diesem Hintergrund hat sich auch die Rudolf-Steiner-Schule Gedanken zu den Themen Sprache und Literatur gemacht. Das Ergebnis spiegeln 150 sogenannte selbstkreierte "Elfchen" wider. Dahinter verbergen sich aus elf Wörtern bestehende und auf Herbstlaub geschriebene Gedichtfragmente, die rund ums Reiterdenkmal ausgelegt wurden. Birgit und Thomas Fuchs haben als Lehrer "Vorüber, verweht, vorbei, verwittert - Sprachverwehungen" als ein Projekt dreier Klassen koordiniert. "Intention ist es, den Betrachter aus den alltäglichen Gedanken herauszureißen und zu dokumentieren, dass Sprache und das geschriebene Wort vergänglich sind wie Laub."